Abbau

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Durch den Abbau und durch das Recycling wird der größte Anteil des Goldes gewonnen.Die schmuckherstellende Branche ist in Österreich der größte Goldverbraucher. Zuerst muss zwischen „Berggold“ (primärem Gold) und „Waschgold oder Nuggets“ (sekundärem Gold) unterschieden werden.

Primäres Gold wird aus Minen oder Bergwerken gewonnen, dementsprechend ist die Förderung sehr aufwändig. Sekundäres Gold wurde durch die Gezeiten an die Oberfläche geschwemmt und kann in Flüssen gewaschen bzw. gefunden werden. Aufgrund der relativ niedrigen Ausbeute ist es für den gewerblichen Betrieb nicht lukrativ, weshalb hauptsächlich nur noch von Hobbysuchern gewaschen oder gesucht wird. Das größte je gefundene Nugget wurde in Australien gefunden und wog 214,32 Kilogramm. Jedoch enthielt jenes nur 57 Kilogramm reines Gold, da Verunreinigungen durch Silber vorhanden waren. Anhand von Bohrproben kann herausgefunden werden, ob ein Boden genug Gold enthält, um mit der industriellen Erschließung zu beginnen. Wenn die Konzentration höher als ein Gramm je Tonne beträgt, kann kostendeckend produziert werden. Ein positiver Nebeneffekt ist das gemeinsame Vorkommen mit anderen Erzen wie Kupfer, Nickel, Silber und Platin neben dem Goldgehalt. All jene Metalle werden ebenfalls durch den Prozess der Filterung gewonnen. Dadurch wird die Förderung oder Gewinnung zusätzlich gewinnbringend.[1] Wenn alle Faktoren für einen Abbau sprechen, wird zunächst das Gestein zu kleinkörnigen Sand zermahlen und in Tanks gelagert. Anschließend wird er mit einer Natrium-Cyanid-Lösung versetzt, welche das Gold aus dem Gestein löst und mit sich in den Sickerschacht trägt. Durch Beigabe von Zinkstaub wird der Goldstaub herausgelöst und danach getrocknet. Das daraus entstehende Rohgold wird in einer Raffinerie zu Feingold raffiniert. Durch das Austreten der hochentzündlichen Blausäure, welches für Mensch und Umwelt schädlich ist, wird diese Art der Gewinnung stark kritisiert.[2] Weiters besteht die Gefahr von Dammbrüchen, wenn die zyanidhaltige Laugen in Rückhaltebecken aufgestaut werden. Am 30. Jänner 2000 brach ein Becken und es gelangten 300.000 Tonnen Abwasser, welches mit 100 Tonnen Zyanid versetzt war, in die Theis und verseuchten diese und ihre direkten und indirekten Nebenflüsse.[3]

Ein weiteres Verfahren ist das Amalgamverfahren. Es wurde bereits in der Antike angewendet, womit es zu den ältesten Techniken der Goldgewinnung zählt. Heutzutage wird es vor allem von Kleinminen und einzelnen Hobbysuchern praktiziert. Hierbei wird Quecksilber mit goldhaltigem Schlamm vermengt. Die chemische Reaktion daraus bildet flüssiges Amalgam. Aufgrund der hohen Dichte sickert die Flüssigkeit zu Boden in den sogenannten Sickerschacht. Danach wird das Amalgam erhitzt, wobei das Quecksilber aufgrund des niedrigeren Schmelzpunktes verdampft und das reine Gold zurück bleibt. Bei dieser Methode entstehen hochgiftige Quecksilberdämpfe, welche einfach mit Filtern aufgefangen werden könnten. Allerdings werden diese nicht von Hobbysuchern angewendet, da keine Kontrollen durchgeführt werden. Die giftigen Dämpfe können somit ungehindert entweichen.[4]

Das Anodenschlammverfahren ist ein umweltfreundliches Gewinnungsverfahren, das auf einem elektrochemischen Ansatz basiert. Bei der Gewinnung von anderen Metallen wie Kupfer oder Zinn, ist ebenfalls eine geringe Menge Gold enthalten, welche durch dieses Verfahren heraus gefiltert werden können.[5] Durch die Benützung des Anodenschlamms als positiv geladene Anode und als Kathode, ein reines Metallstück, wird durch die Zuführung von Strom eine Reaktion ausgelöst.[6] Das Metall der Anode geht in die Lösung über und scheidet sich als reines Metall an der Kathode ab. Edlere Spuren der Anode können sich bei der vorgegebenen Spannung nicht auflösen und fallen unter der Anode zu Boden.[7] Dieser Schlamm kann durch gezielte Filtration in die einzelnen Metalle aufgeteilt werden.[8] Gesteinsmehl wird mit Borax (Natriumborat) vermengt, dies senkt den Schmelzpunkt des Erzes. Aufgrund der niedrigeren Hitzenotwendigkeit wird dieses Verfahren ebenfalls als umweltfreundlich angesehen. Der geringe Schmelzgrad erlaubt es, Gold auch mit kostengünstigen Schmelzöfen zu verflüssigen. Die Absenkung des schwereren Goldes am Boden des Tiegels ermöglicht ein einfaches Abschöpfen, da die anderen Gesteinsmaterialien an der Oberfläche vorzufinden sind. Durch das Kippen des Schmelzofens fließt das flüssige Gold in eine aus Gusseisen geformte Barren-Form. Durch das Abschrecken in einem kalten Wasserbad kühlt das Gold aus und haftet nicht mehr an der Oberfläche der Form. [9]

Die wichtigste Alternative zum Abbau ist das Recyceln von elektrischen Geräten, Schmuck und Zahnimplantaten.

Weitere Möglichkeiten wären den Müll der vergangen 50 Jahren maschinell zu Durchforsten um Metalle und Edelmetalle zu gewinnen. Da Mülltrennung erst in den letzten Jahren an Bedeutung erlangt hat, könnte das Wiederverwerten des alten, noch nicht getrennten Mülls, gewinnbringend sein, da sich in diesem Edelmetallreste befinden könnten. Dies wird auch „Urban Mining“ genannt. Der Vorteil bei dem Recyceln von Edelmetallen liegt darin, dass sie keinerlei Qualitätsverluste aufweisen. Nachdem das recycelte Material raffiniert wird, steht es in seiner Reinform zu Verfügung. 

[10]

 “2011 und 2012 kamen jeweils etwa 37 Prozent des weltweit angebotenen Goldes aus dem Recycling.


 

[1] Hagen 2013

[2] Gold.info

[3] Hagen 2013, S. 70

[4] Hagen 2013, S. 69

[5] Gold.info

[6] Universal-Lexikon.com

[7] Mineralienatlas.de

[8] Gold.info.

[9] Gold.info

[10] Hagen 2013. S.71